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Manufacturing-X: Was es ist und warum es für die Fertigung immer wichtiger wird

26. März 2026

Produktionsdaten gibt es heute überall. Das Problem ist nicht, dass verlässliche Daten fehlen. Das Problem ist, dass sie meist auf Unternehmen, Systeme und Länder verteilt sind.

Sobald Sie die Herkunft von Komponenten nachweisen, den CO2-Fußabdruck eines Produkts belegen oder die Produkthistorie nachvollziehen müssen, wird es oft aufwendig. Dann entstehen einzelne Integrationen, manuelle Abstimmungen und lange Klärungen darüber, wer welche Informationen hat.

Genau deshalb lohnt es sich, Manufacturing-X zu verstehen. Dahinter steht ein Modell für den digitalen Datenaustausch zwischen Marktteilnehmern, das einen gemeinsamen, sicheren und skalierbaren industriellen Datenraum möglich machen soll.

Was ist Manufacturing-X?

Einfach gesagt ist Manufacturing-X eine internationale Initiative, die Regeln und Werkzeuge für den Austausch von Daten zu Produkten, Komponenten und Prozessen entwickelt, ohne dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten abgeben müssen.

In diesem Modell landen Daten nicht einfach in einem einzigen gemeinsamen System. Jedes Unternehmen behält die Hoheit darüber, was geteilt wird, mit wem und zu welchem Zweck. Deshalb sind Datensouveränität, sicherer Datenaustausch, Standards für den Datenaustausch und eine gut aufgebaute Dateninfrastruktur so wichtig.

Für Sie kann das eine einfachere Zusammenarbeit in einem Umfeld bedeuten, in dem Daten zwischen Unternehmen fast genauso wichtig werden wie das Produkt selbst.

Warum die Industrie eine Initiative wie Manufacturing-X braucht

Produktion findet heute nur selten an einem Ort statt. Ein Partner liefert Material, ein anderer eine Komponente, ein dritter übernimmt die Montage und ein weiterer kümmert sich um Service, Reporting oder Recycling.

Wenn jedes Unternehmen Daten anders beschreibt, andere Formate nutzt und andere Zugriffsregeln anwendet, wird Zusammenarbeit schnell teuer und langsam.

Das kann gleich mehrere Bereiche belasten:

Deshalb ist Manufacturing-X eng mit Industrie 4.0, digitaler Transformation und dem Aufbau einer stärkeren europäischen Industrie verbunden.

Industrie 4.0 im Überblick
© Anna Salari, designed by freepik

Was dieses Modell von klassischer B2B-Integration unterscheidet

Im klassischen Ansatz braucht jede Beziehung zu einem Partner meist eine eigene Verbindung, eigene Abstimmungen und ein eigenes Mapping der Daten. Bei wenigen Partnern ist das noch machbar. Wenn die Zahl steigt, fehlen schnell Zeit, Budget und Verlässlichkeit.

In einem Datenökosystem mit gemeinsamen Regeln geht es darum, den Informationsaustausch entlang der gesamten Wertschöpfungskette einfacher zu machen.

Klassisches Modell Datenökosystem-Modell
eigene Verbindung zu jedem Partner gemeinsame Standards für den Datenaustausch
Daten werden oft in zentrale Systeme kopiert der Eigentümer behält die Kontrolle über die Daten
Änderungen sind teuer neue Teilnehmer lassen sich leichter anbinden
Reporting über die gesamte Kette ist aufwendig digitaler Datenaustausch wird einfacher
begrenzte Skalierbarkeit Grundlage für digitale Ökosysteme

Für produzierende Unternehmen schafft das eine bessere Basis für Produktionsökosysteme, Datenwirtschaft und neue Formen der Zusammenarbeit mit Partnern.

Wie Manufacturing-X mit Gaia-X und Catena-X zusammenhängt

Wenn Sie dieses Thema verfolgen, kennen Sie wahrscheinlich bereits die Namen Gaia-X und Catena-X.

Gaia-X entwickelt die Idee einer vertrauenswürdigen, europäischen und souveränen Dateninfrastruktur weiter. Catena-X hat gezeigt, dass sich in der Automobilindustrie ein gemeinsames Modell für den Austausch von Informationen zwischen vielen Marktteilnehmern aufbauen lässt. Für die Industrie insgesamt ist das ein wichtiger Bezugspunkt.

Darum tauchen in diesem Umfeld auch Begriffe wie Datenräume, digitale Souveränität, digitale Industrie, souveräne Dateninfrastruktur und europäische Plattformen für den Datenaustausch auf. Sie alle verfolgen dasselbe Ziel: Zusammenarbeit einfacher zu machen, ohne die Kontrolle über Daten aufzugeben.

Warum der Digitale Produktpass für Manufacturing-X so wichtig ist

Einer der deutlichsten Anwendungsfälle für Manufacturing-X ist der Digitale Produktpass, also der Digital Product Passport oder kurz DPP.

Damit ein solcher Produktpass einen echten Wert hat, müssen Informationen zur Herkunft von Materialien, zu Komponenten, Emissionen und ausgewählten Ereignissen über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zusammengeführt werden.

Dafür braucht es nicht nur Technik, sondern auch eine gemeinsame Datensprache und klare Zugriffsregeln. Ohne das wird es schwer, Vertrauen, Skalierung und reibungslose Zusammenarbeit aufzubauen.

Gerade hier zeigt sich, warum Datenräume und der Austausch von Produktionsdaten so wichtig sind. Der DPP ist längst nicht mehr nur ein zusätzlicher Anhang zum Produkt. Immer öfter wird er zu einem Teil davon, wie ein Produkt im Markt bewertet, verkauft und betreut wird.

explitia und Manufacturing-X: unsere Rolle im Projekt und auf der Hannover Messe

Die Rolle von explitia in diesem Projekt zeigt gut, wie aus einem Konzept eine praktische Anwendung wird.

Als neues Mitglied, wir sind Teil eines Projekts, der für die Hannover Messe 2026 vorbereitet wird, und übernehmen dabei zwei wichtige Rollen. Darüber werden wir im nächsten Artikel bald mehr berichten.

Integracja MES z ERP explitia system do zarządzanie procesem produkcyjnym

Erfahren Sie mehr über die Initiative Manufacturing-X

Manufacturing-X ist ein internationales Vorhaben, das auf der Hannover Messe 2026 einen Teil seiner Möglichkeiten zeigen wird. Schreiben Sie uns und sprechen wir darüber oder treffen wir uns auf der Messe.

Was Manufacturing-X für produzierende Unternehmen bedeutet

Für Hersteller geht es hier um weit mehr als nur um die Teilnahme an einer Brancheninitiative. Es geht darum, in einem Markt handlungsfähig zu bleiben, in dem Daten ein Teil des Produktwerts werden.

Das kann unter anderem bedeuten:

Langfristig ist das auch ein Schritt in Richtung einer widerstandsfähigeren Industrie, besserer Zusammenarbeit und besserer Voraussetzungen für eine nachhaltigere Wirtschaft.

Das ist erst der Anfang

Das Spannende an Manufacturing-X ist, dass Unternehmen anfangen, nach gemeinsamen Regeln für den Datenaustausch zu arbeiten. Das kann die Art verändern, wie vernetzte Industrie über Länder, Lieferketten und Produktlebenszyklen hinweg zusammenarbeitet.

Wenn Ihr Unternehmen sichtbar, vertrauenswürdig und auf neue Marktanforderungen vorbereitet bleiben soll, ist dieses Thema längst keine Randnotiz mehr.

Die Initiative Manufacturing-X hat das Ziel, den Datenaustausch zwischen den beteiligten Akteuren zu standardisieren

FAQ

Ist Manufacturing-X eine einzelne Plattform?

Nein. Es ist ein Kooperationsmodell und ein Regelwerk, das den Datenaustausch zwischen Unternehmen erleichtern soll, ohne alles in ein zentrales System zu verschieben.

Warum ist das Thema für Hersteller wichtig?

Weil Transparenz, CO2-Daten, Rückverfolgbarkeit von Komponenten und Zusammenarbeit in verteilten Lieferketten jedes Jahr wichtiger werden.

Was hat der Digitale Produktpass damit zu tun?

Ein Digitaler Produktpass braucht Daten aus vielen Unternehmen und vielen Phasen des Lebenszyklus. Ohne gemeinsame Standards und ein vertrauenswürdiges Modell für den Informationsaustausch lässt sich das nur schwer umsetzen.

Welche Rolle übernimmt explitia?

explitia unterstützt das Projekt als vertrauenswürdiger Punkt für das polnische Ökosystem und als Montageknoten im Demonstrator für Batterie und Digitalen Produktpass.

Was können Unternehmen mit diesem Ansatz gewinnen?

Mehr Kontrolle über Daten, einfachere Zusammenarbeit mit Partnern, bessere Vorbereitung auf Marktanforderungen und eine stärkere Position in europäischen Wertschöpfungsketten.

Erfahren Sie mehr über Manufacturing-X und die Teilnahme an der Hannover Messe 2026

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