AVEVA InTouch HMI ist eine HMI/SCADA-Software, die Bedienern den Zustand von Maschinen, Linien und Anlagen in Echtzeit zeigt. Sie hilft, Alarme, Stillstände, Prozessabweichungen und den aktuellen Produktionsstatus schneller zu erkennen. Früher war das System als Wonderware InTouch bekannt, heute gehört es zum AVEVA-Portfolio.
Eine gut eingeführte InTouch-Anwendung ist nicht nur ein weiterer Bildschirm in der Fertigung. Sie ist der Ort, an dem Bediener sehen, was Aufmerksamkeit braucht, die Instandhaltung die Ursache eines Problems schneller findet und die Produktion Daten für bessere Analysen erhält.
Dieser Artikel ist für Sie relevant, wenn Sie:
- eine ältere Wonderware-InTouch-Anwendung haben und den nächsten Schritt planen,
- Ihre Prozessvisualisierung übersichtlicher gestalten möchten,
- eine HMI/SCADA-Integration mit MES, Historian oder ERP vorbereiten,
- möchten, dass Bediener schneller auf Alarme und Stillstände reagieren.
Kurz gesagt: AVEVA InTouch HMI hilft dabei, HMI/SCADA-Bedienoberflächen für die Produktion zu erstellen. Den größten Nutzen bringt es dort, wo Teams den Prozessstatus, Alarme, Trends und Maschinendaten schnell sehen müssen. Bei größeren Projekten sollte InTouch zusammen mit AVEVA System Platform, Historian oder MES betrachtet werden.
Wonderware InTouch und AVEVA InTouch HMI
Wonderware InTouch ist der frühere Name der Lösung, die heute als AVEVA InTouch HMI weiterentwickelt wird. Für Produktionsbetriebe ist das besonders relevant bei der Modernisierung älterer Anwendungen, bei SCADA-Migrationen und bei der Integration mit anderen AVEVA-Systemen.
Bestehende Wonderware-Anwendungen können auf Weiterbetrieb, Aktualisierung oder Neuaufbau geprüft werden. Dabei lohnt es sich, nicht nur die Bildschirme zu betrachten, sondern auch Tag-Struktur, Alarme, SPS-Kommunikation und die tägliche Arbeit der Bediener.

AVEVA InTouch HMI: Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
AVEVA InTouch HMI ordnet, wie Bediener die Produktion sehen und auf Ereignisse reagieren. Statt zwischen Panels, Steuerungen und einzelnen Anwendungen zu wechseln, sehen sie die wichtigsten Informationen an einem Ort.
Auf InTouch-Bildschirmen lassen sich unter anderem anzeigen:
- Maschinenstatus,
- Alarme,
- Trends,
- Prozessparameter,
- Produktionszähler,
- Ereignishistorie,
- Auftrags- oder Chargenstatus.
Für Sie bedeutet das weniger Arbeit nach Gefühl. Ihr Team erkennt schneller, wo ein Problem entstanden ist, was sich im Prozess verändert hat und welches Ereignis zuerst bearbeitet werden muss.
InTouch Software: Was kann sie leisten?
InTouch Software wird eingesetzt, um HMI-Bedienoberflächen und SCADA-Visualisierungen zu erstellen. Sie kann Daten aus SPS, Sensoren, Maschinen, Versorgungsanlagen und industriellen Datenbanken anzeigen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Prozessvisualisierung,
- Alarmmanagement,
- historische Trends,
- Rezepturen,
- Arbeit mit Tags,
- Schichtberichte,
- Integration mit Historian und MES.
AVEVA InTouch HMI ist in Lizenzmodellen erhältlich, die unter anderem auf der Anzahl der Tags basieren. Es gibt auch Optionen mit unbegrenzten Tags und Clients, was bei größeren Anwendungen und geplantem Systemausbau wichtig sein kann.
Prüfen Sie, wo AVEVA InTouch HMI in Ihrem Werk sinnvoll eingesetzt werden kann.
Die Einführung neuer Technologien sollte immer eine Antwort auf eine konkrete Herausforderung im Werk sein. Erzählen Sie uns, womit Sie sich beschäftigen, und wir prüfen, ob diese Lösung für Sie sinnvoll ist.
HMI, SCADA, InTouch und System Platform: Was ist der Unterschied?
| Begriff | Was bedeutet das? | Wann ist es relevant? |
|---|---|---|
| HMI | Bedienoberfläche für Maschine oder Linie | bei lokaler Prozessbedienung |
| SCADA | System zur Überwachung und Steuerung | bei mehreren Bereichen oder Anlagen |
| AVEVA InTouch HMI | Software für HMI/SCADA-Bildschirme | wenn Prozessvisualisierung benötigt wird |
| AVEVA System Platform | Ebene für größere SCADA-Architekturen | bei vielen Linien, Assets oder Standorten |
| AVEVA Historian | Datenbank für Prozessdaten | wenn Produktionshistorie analysiert werden soll |
Für eine einzelne Linie reicht oft eine einfache HMI-Anwendung. Bei mehreren Bereichen, vielen Bedienern und MES-Integration sollte die Architektur von Anfang an breiter geprüft werden.
AVEVA InTouch HMI Beispiele
Verpackungslinie
Ein Förderabschnitt stoppt. Der Bediener muss nicht mehrere Panels durchsuchen. Auf dem InTouch-Bildschirm sieht er, welcher Sensor den Fehler gemeldet hat, wo das Produkt steht und ob das Problem an Maschine, Fördertechnik oder End-of-Line-Gerät liegt.
Ergebnis: schnellere Stillstandsdiagnose und weniger Zeitverlust bei der Fehlersuche.
Technische Medien
InTouch kann Druckluft, Prozesswasser, Kühlung, Dampf, Energie und Parameter von Versorgungsanlagen anzeigen.
Ergebnis: bessere Kontrolle des Medienverbrauchs und schnelleres Erkennen von Abweichungen.
Modernisierung einer älteren Wonderware-InTouch-Anwendung
Ein Werk nutzt eine Anwendung, die vor vielen Jahren erstellt wurde. Die Bildschirme funktionieren noch, sind aber schwer zu pflegen, und die Dokumentation ist unvollständig. Dann werden Anwendungsstruktur, Tag-Anzahl, SPS-Kommunikation, Alarme, Trends und Bedieneranforderungen geprüft.
Ergebnis: geringeres Risiko bei Änderungen, übersichtlichere Bildschirme und einfachere Weiterentwicklung.
Prozessfertigung
In kontinuierlichen und batchorientierten Prozessen zeigt InTouch Temperaturen, Drücke, Füllstände, Durchflüsse, Rezepturschritte und Parameterabweichungen.
Ergebnis: Bediener erkennen schneller, ob der Prozess wie geplant läuft.
Wann ist AVEVA InTouch HMI sinnvoll?
Prüfen Sie AVEVA InTouch HMI, wenn:
- Ihr aktuelles HMI veraltet ist,
- Bediener mit zu vielen Bildschirmen arbeiten,
- SPS-Daten verteilt sind,
- Alarme schwer zu interpretieren sind,
- Ihr Werk Visualisierungen vereinheitlichen möchte,
- Produktionsdaten für Berichte benötigt werden,
- eine Integration mit MES, Historian oder ERP geplant ist.
Die besten HMI-Bildschirme zeigen nicht alles. Sie zeigen genau das, was Bedienern hilft, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen.
Wann reicht InTouch allein nicht aus?
InTouch allein kann zu wenig sein, wenn Sie nicht nur Bedienoberflächen benötigen, sondern eine breitere Produktionsdatenarchitektur.
Das gilt zum Beispiel, wenn:
- mehrere Linien nach einem gemeinsamen Standard arbeiten sollen,
- Daten in Managementberichte fließen sollen,
- OEE berechnet werden soll,
- Traceability benötigt wird,
- das System mehrere Standorte abdecken soll.
Wenn das Ziel eine klare Prozessvisualisierung ist, kann InTouch ausreichen. Wenn Sie OEE, Stillstände, Qualität, Traceability und Auftragsausführung analysieren möchten, brauchen Sie ein breiteres Produktionsinformationssystem.
AVEVA InTouch HMI, Historian und MES
InTouch zeigt den aktuellen Zustand des Prozesses. AVEVA Historian speichert Prozessdaten, Alarme und Ereignisse, damit Teams die Historie von Maschinen und Anlagen analysieren können.
MES verbindet Produktionsdaten mit Aufträgen, Leistung, Qualität, Stillständen, Traceability und Reporting. Deshalb ist InTouch oft der erste Schritt in Richtung digitalere Produktion, aber nicht immer der letzte.
Hier entsteht ein natürlicher Anknüpfungspunkt für die Integration von AVEVA mit Produktions- und Geschäftssystemen, zum Beispiel mit explitia MES. Das ist besonders sinnvoll, wenn Daten aus der Fertigung nicht nur Bedienern helfen sollen, sondern auch Instandhaltung, Qualität, Planung und Management.

Häufige Fehler bei der Einführung von AVEVA InTouch HMI
Zu viele Informationen auf einem Bildschirm
Bediener sollten schnell sehen, was läuft, was steht, was eine Reaktion braucht und wo die Alarmquelle liegt. Überladene Bildschirme verlangsamen Entscheidungen.
Kein Visualisierungsstandard
Wenn jede Linie anders aussieht, dauern Schulungen länger und Fehler werden wahrscheinlicher. Ein gemeinsamer Bildschirmstandard hilft Bedienern und Instandhaltung, schneller zu arbeiten.
Alarme ohne Prioritäten
Nicht jeder Alarm hat das gleiche Gewicht. Ein gutes System trennt eine Warnung von einem Ereignis, das sofortige Reaktion braucht.
Kein Integrationsplan
Wenn Daten später an MES, Historian, ERP oder Berichte gehen sollen, muss das vor der Einführung geplant werden. Spätere Integrationen sind meist schwieriger.
Häufigster Fehler: Eine InTouch-Einführung beginnt mit dem Zeichnen von Bildschirmen. Besser ist die Frage: Welche Entscheidung soll der Bediener auf Basis dieses Bildschirms treffen?
Wie bereiten Sie eine AVEVA InTouch HMI Einführung vor?
Vor dem Projekt sollten Sie prüfen:
- wer die Bildschirme nutzen wird,
- welche Entscheidungen Bediener anhand der Daten treffen sollen,
- welche Alarme wirklich wichtig sind,
- welche Daten historisch gespeichert werden müssen,
- ob MES-, ERP- oder Reporting-Integration geplant ist,
- ob die Anwendung eine Linie, ein Werk oder mehrere Standorte abdecken soll.
Eine gute Einführung beginnt mit dem Prozess, nicht mit dem Zeichnen von Bildschirmen.
Was kann Ihr nächster Schritt sein?
Wenn Sie AVEVA InTouch HMI prüfen, beginnen Sie mit Ihrem aktuellen Umfeld: Wie sehen Bediener den Prozess, wo verlieren sie Zeit, welche Alarme treten am häufigsten auf und welche Daten sollen weiter genutzt werden?
Ein kurzer HMI/SCADA-Audit ist ein guter erster Schritt. Er hilft, Anwendungen, Tags, Alarme, Integrationen und echte Bedieneranforderungen zu prüfen, bevor Sie über die Modernisierung von Bildschirmen oder eine breitere Architektur mit MES und Reporting entscheiden.

FAQ: AVEVA InTouch HMI
Ist Wonderware InTouch dasselbe wie AVEVA InTouch HMI?
Ja. Wonderware InTouch wird heute als AVEVA InTouch HMI weitergeführt.
Ist AVEVA InTouch HMI ein SCADA-System?
Ja, AVEVA InTouch HMI ist HMI/SCADA-Software. Sie kann für Bedienoberflächen von Maschinen, Linien und Prozessen genutzt werden.
Wofür wird InTouch Software eingesetzt?
Für Prozessvisualisierung, Alarmmanagement, Trends, SPS-Daten, Bedienoberflächen und Integration mit anderen industriellen Systemen.
Kann AVEVA InTouch HMI mit MES integriert werden?
Ja. Es kann Teil einer Architektur sein, in der Produktionsdaten an MES, Reporting, Qualität, OEE und Traceability übergeben werden.